El Jire Rapha

Die Stadt Moundou liegt in der Provinz Logone Occidental, welche rund 800’000 Einwohner aufweist. Sie verfügt über ein öffentliches Regionalspital, eine kleine chirurgische Klinik, welche von einer amerikanischen Hilfsorganisation betrieben wird sowie über die Clinique El Jire Rapha. Diese drei Institutionen sind die Referenzspitäler für alle Gesundheitszentren in dieser Provinz und somit für knapp eine Million Menschen.

 

Die Clinique El Jire Rapha in Moundou wurde im Jahr 2009 von Dr. Frédéric Berniba Djongali gegründet. Die Klinik ist privat und trägt ihre Kosten selbst. Die Preise der Konsultationen, Untersuchungen und Operationen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen des öffentlichen Regionalspitals. Die Klinik ist seit Beginn vom Staat anerkannt, im Verlauf wurde zusätzlich eine Krankenpflegeschule gegründet, welche eine vollumfängliche Ausbildung für 3 Jahre anbietet. Unterstützung von staatlicher Seite hat die Klinik bis heute nicht erhalten.

 

Die Klinik hat primär nur mit Dr. Djongali sowie zwei Krankenpflegern begonnen. Nach 10 Jahren beschäftigt sie nun mehrere Ätzte, Medizinstudenten, sowie knapp 30 Krankenpfleger, Hebammen und Praktikanten.

Gearbeitet wird sechs Tage die Woche mit rotierenden Früh-, Spät- und Nachtschichten. An Sonntagen wechseln sich die Pfleger ab. Ferien gibt es keine offiziellen, wie im Lande üblich. Der Durchschnittslohn für einen Krankenpfleger liegt bei umgerechnet 130 Franken pro Monat.

 

In den Anfängen der Klinik war die Strom- und Wasserversorgung dürftig und operiert wurde in einem provisorischen Raum mit schlechter Ausrüstung. Nach vielen Jahren der intensiven Zusammenarbeit verfügt die Klinik nun über eine medizinische, chirurgische und gynäkologische Klinik mit solider Wasser- und Stromversorgung, einem für örtliche Standards gut ausgerüstetem Labor und Operationssaal sowie eine eigene Radiologie mit Ultraschall und Röntgengerät.

Wie die meisten Kliniken im Tschad ist auch El Jire Rapha eine christliche Klinik. Jeden Morgen wird eine Andacht gehalten. Behandelt werden aber christliche und muslimische Patienten zu gleichen Teilen. Patienten, welche die Behandlung nicht bezahlen können, werden trotzdem behandelt und angehalten, die Rechnung später zu begleichen.

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